20 Jahre LFB
20 Jahre Landesverband der Freien Berufe Brandenburg
Freiberufler erwirtschaften jeden zehnten Euro
Potsdam. Der Landesverband der Freien Berufe Brandenburg (LFB) beging am 28. Januar 2011 sein 20. Gründungsjubiläum. Vertreter aus Politik und Wirtschaft hatten sich gemeinsam mit Präsidenten und Vorsitzenden und weiteren Repräsentanten der 23 LFB-Mitgliedsorganisationen im Apothekerhaus Brandenburg in der Landeshauptstadt zu einem Festakt zusammengefunden.
LFB-Präsident Thomas Schmidt begrüßte besonders herzlich den Gründungs-Vizepräsidenten des Verbandes, Karl-Heinz Parduhn. Der LFB Brandenburg war genau auf den Tag 20 Jahre zuvor, am 28. Januar 1991, gegründet worden. Damals gehörten ihm fünf Mitgliedsorganisationen und sechs Einzelmitglieder an. Das waren insgesamt 1.500 Verbandsmitglieder. Heute repräsentiert er 12.500 zahlende freiberuflich tätige Mitglieder. In den Kanzleien, Büros, Praxen und Apotheken im Land Brandenburg sind mehr als 30.000 Menschen beschäftigt. Volkswirtschaftlich betrachtet erwirtschaften Freiberufler in Deutschland jeden zehnten Euro.
Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck gratulierte dem Landesverband und unterstrich das ausgezeichnete Verhältnis zwischen Landesregierung und LFB. „Lieber Thomas Schmidt, zu den bereits traditionellen jährlichen Runden in der Staatskanzlei ist das halbe Kabinett anwesend“, sagte der Regierungschef. Dies beweise die hohe Wertschätzung der brandenburgischen Politik für ihre Freiberufler und das große Interesse, Probleme gemeinsam zu lösen. Platzeck wünschte den Freiberuflern und ihrem Verband im dritten Jahrzehnt Fortune und Erfolg für die Interessenvertretung.
Diesen Wunsch bekräftigte auch die Vorsitzende der CDU-Fraktion im brandenburgischen Landtag, Dr. Saskia Ludwig. Als wichtige Lobby-Organisation habe der brandenburgische LFB in den zurückliegenden 20 Jahren vieles für die Freiberufler erreicht. Gemeinsam wolle man nach der Analyse einer von der CDU-Fraktion initiierten großen Anfrage im Landtag zur Situation der Freien Berufe nach neuen Anknüpfungspunkten in der Zusammenarbeit suchen.
Die Bundes-Grüße überbrachte der Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe, Dr. Ulrich Oesigmann. Der Arzt, der viele Jahre Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung war, erinnerte in seinem Grußwort an die schwierige Anfangszeit, die zwar von Optimismus und Zuversicht geprägt war, den Handelnden jedoch viel Kraft und Zeit abverlangte. Diesen Gedanken nahm sodann Karl-Heinz Parduhn auf, der zwischen 1991 und 2000 als Präsident an der Spitze des LFB Brandenburg stand. Die Schaffung der Struktur und die Einbindung der wichtigsten Freiberufler-Organisationen in den Landesverband waren im ersten Jahrzehnt im Fokus des Handelns, sagte der früher als Physiotherpeut tätige Parduhn.
BFB-Vizepräsident Friedemann Schmidt skizzierte im Festvortrag das neue Leitbild der Freien Berufe, mit welchem die Anforderungen der nächsten Jahre bewältigt werden sollen. In den Mittelpunkt seines rhetorisch brillanten Vortrags stellte der Leipziger Apotheker die Frage um das Vertrauen der Gesellschaft und des einzelnen Bürgers in die freiberuflich tätigen Menschen. Schmidt: „Das Vertrauen der Bürger in die Freien Berufe ist stabil. Freie Berufe sind Vertrauensberufe und sollten sich dessen wohl bewusst sein. Sie sollten wissen, dass ein Vertrauensrückzug nicht nur schlicht Verdienstausfall und Existenzruin bedeuten würde, sondern auch, dass das Gemeinwohl auf dem Spiel steht. Denn die Dienstleistungen, die freie Berufe erbringen, sind auf das Engste mit dem Wohle der Allgemeinheit verknüpft.“ Gleichzeitig forderte er, die Vertrauenswürdigkeit der freiberuflichen Expertensysteme sicherzustellen, um künftig in nahezu allen Lebensbereichen Handlungssicherheit zu gewährleisten.
Die feierliche Veranstaltung wurde in ihrer Atmosphäre wundervoll geprägt durch das Kammermusikensemble Arpeggiato. Die fünf Musikerinnen und Musiker sind Absolventen angesehener Universitäten und Konservatorien in Moskau, Kiew und Berlin. Als Solokünstler und Orchestermitglieder sind sie seit Jahren international erfolgreich.
Michael Klauß





