Neujahrsempfang - Horizonte 2011

Aufträge nach Brandenburg!

Neujahrsempfang der Kammern in Frankfurt (Oder)

Frankfurt (Oder). Die brandenburgischen Kammern hatten am 17. Januar Politik und Wirtschaft nach Frankfurt (Oder) zu ihrem gemeinsamen Neujahrsempfang „Horizonte 2011" eingeladen. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck bescheinigte der brandenburgischen Wirtschaft für die zurückliegenden Jahre Innovationskraft und krisensicheres Agieren. Für das begonnene Jahrzehnt stellte der Regierungschef jedoch viele Dinge in Frage. Die demografische Entwicklung werde insbesondere beim Berufsnachwuchs zu ernsthaften Problemen führen. Auch die Verwaltung – vom Land bis hin zur Kommune – würden vor völlig neue Aufgaben gestellt, wenn in zehn Jahren nur noch vier Fünftel der derzeitigen Mittel bereitstünden. Abbau von Polizei und eine große Gebietsreform mit weiteren Fusionen von Landkreisen seien unausweichlich. Cottbus und Frankfurt (Oder) werde es als kreisfreie Städte in zehn Jahren nicht mehr geben, prophezeite der Ministerpräsident dem erstaunten Publikum.

Gastgeber des Neujahrsempfangs waren neben den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern auch die Freiberuflerkammern Rechtsanwaltskammer, Notarkammer, Steuerberaterkammer, Wirtschaftsprüferkammer, Architektenkammer, Ingenieurkammer, Landeszahnärztekammer, Landestierärztekammer und Landesapothekerkammer.

Für die brandenburgischen Freiberufler nahm LFB-Präsident Thomas Schmidt das Wort. „Den schlechten Prognosen aus 2009 zum Trotz, haben die Freien Berufe bundesweit die Wirtschaft – und Finanzkrise relativ gut überstanden. Auch in Brandenburg sind keine nennenswerten Umsatzeinbrüche zu erkennen. Ähnlich wie Opel geholfen werden sollte – forderten die Freien Berufe über die Kreditanstalt für Wiederaufbau spezielle Beratungshilfen und Betriebsmittelkredite um die eigene Liquidität zu sichern. Schon Anfang 2010 stellte sich heraus, dass derartige Hilfen für uns nicht notwendig sind. Das bedeutet aber nicht, dass die Politik nicht alle Anstrengungen unternehmen sollte, die Liquidität der Freien Berufe weiterhin auf eine gesunde Basis zu stellen. Dabei sind Bestrebungen des Bundesfinanzministers, die Freien Berufe in die Gemeindefinanzierung der Gewerbesteuer einzubeziehen, oder einen Anteil der Einkommenssteuer der Selbstständigen an die Kommunen abzuführen, kontraproduktiv. Wir üben einen Freien Beruf aus und sind keine Gewerbetreibenden. Nicht nur im steuerrechtlichen Sinne, sondern auch von der gesellschaftlichen Aufgabenstellung grenzen wir uns von den Gewerbetreibenden ab. Unsere Mandanten, Klienten und Patienten vertrauen den Freien Berufen in ganz sensiblen Bereichen", sagte der Verbandspräsident. Mit weit über 3 Milliarden Euro jährlichem Umsatz seien die Freien Berufe eine wichtige Wirtschaftskraft und Motor in Brandenburg. „Jungen Menschen geben wir im ländlichen Raum eine Ausbildungschance und beschäftigen über 30.000 Mitarbeiter. Jeder Brandenburger benötigt unsere Dienste", erklärte Schmidt.

Um die Liquidität der Freien Berufe weiter zu festigen, fordern die Freiberufler die Landesregierung unter anderem auf, Aufträge für Ingenieur- und Architektenleistungen nach Brandenburg zu vergeben, die hundertprozentige Angleichung der zahnärztlichen Honorare an das West-Niveau zu unterstützen, und dem Ärztemangel in den strukturschwachen Bereichen entgegenzuwirken.

Als beispielhaft gelten dabei der Landkreis Elbe- Elster, Finsterwalde, Herzberg und die Stadt Brandenburg. Sie stellen Medizinstudenten ein Bafög in Höhe von insgesamt etwa 24.000 Euro zur Verfügung, um ihnen die Beschäftigung in einem ortsansässigen Krankenhaus oder in eigener Niederlassung schmackhaft zu machen und zu erleichtern, lobte der LFB-Präsident die regionale Förderung.

Michael Klauß 

 

Galerie - Neujahrsempfang 2011

Die brandenburgischen Kammern hatten am 17. Januar Politik und Wirtschaft nach Frankfurt (Oder) zu ihrem gemeinsamen Neujahrsempfang „Horizonte 2011“ eingeladen.